Bis 4. Februar: Kunst vom See

Städtischen Galerie „Fauler Pelz“ in Überlingen: Wenn es draußen ungemütlich ist, bietet die sehenswerte Winterausstellung 2017/18 des Internationalen Bodensee Clubs in der Städtischen Galerie „Fauler Pelz“ in Überlingen, bis 4. Februar, eine Alternative und einen interessanten Einblick in die Kunstszene am Bodensee.

Auch dieses Jahr präsentiert die jurierte Ausstellung wieder ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Techniken und Stilen, Themen und Konzepten. Das verbindende Element der sehr großen Vielfalt der ausgestellten Arbeiten ist die fast durchgehende Orientierung an klassischen, handwerklichen Umsetzungstechniken, die in kreativer Weise von den Künstlern höchst originell umgesetzt wurden. Gerade die Fundierung in traditioneller Handwerklichkeit bleibt in der Entwicklung der zeitgenössischen Kunst immer mehr zugunsten von rein theoretischen, intellektuellen Konzepten und Programmen auf der Strecke. Schon der Dadaismus der 1920 Jahre liefert dazu mit den Ready-Mades eines Marcel Duchamp den Startschuss und ebnete den Weg in eine intellektuell-philosophisch orientierte Kunstproduktion, teilweise auch ganz konkret gesellschaftskritisch gelagert. Die klassischen Realisierungstechniken wie Zeichnung, Hoch- und Tiefdruck, Siebdruck oder Steinbildhauerei haben da ihre Grenzen, bleiben meist illustrativ und nicht direkt genug. Der Trend geht zu Installationen, Foto- und Videobeiträgen oder Performances, Aktionen, Happenings oder überdimensionierten Großprojekten. Dies ist nicht ganz das Metier der IBC Künstler. Meist wird aus einer soliden handwerklichen Tradition heraus gearbeitet. Um sich aber nicht im rein Kunsthandwerklichen zu verstricken ist ein experimenteller Umgang damit angesagt, der den IBC-Künstlern durchweg gelingt, und zu ganz individuellen Handschriften mit hohem Wiedererkennungswert führt. In diesem Jahr ist erstmals eine Videoarbeit von Ulrich Zandona zu sehen. Eine kleine Plastiktüte wird vom Wind unentwegt in einer Wandecke hin und her gewirbelt. Eine Metapher für das Ausgeliefertsein des Menschen und seiner Machwerke einer letztendlich mächtigeren Natur gegenüber. Am 28. Januar um 17 Uhr findet zudem die Musikperformance „Musik trifft Kunst“ mit Bernhard Rißmann und Freunden statt. Ausstellungsführungen mit Erwin Niederer, 7. Januar und 21. Januar jeweils um 15 Uhr. www.staedtischegalerie.de, www.ibc-ueberlingen.de

9. November bis 18. März: Unser Planet – Bilder aus dem All

Die neue Wechselausstellung im Naturschutzzentrum: Wie abstrakte Kunstwerke muten Satellitenaufnahmen unserer Erde an. Oder sie wirken wie Wimmelbilder aus Kinder- büchern. Faszinierend sind sie in jedem Fall und wichtig, denn diese Bilder können unter anderem für den Umwelt- und Naturschutz genutzt werden. Am Donnerstag, den 9. November 2017, eröffnet das Naturschutzzentrum Wurzacher Ried die neue Wechselausstellung „Unser Planet – Bilder aus dem All“.

Umweltforschungssatelliten beobachten unseren „Blauen Planeten“ und liefern wichtige Daten über den Zustand der Atmosphäre. Die Ausstellung demonstriert, wie wertvoll die aus den Beobachtungen gewonnenen Erkenntnisse für den Schutz unserer Umwelt und damit für die Zukunft der Erde sind. Die Satellitenbilder thematisieren unter anderem das globale atmosphärische Wettergeschehen, den Klima- wandel, Veränderungen von Glazial- und Küstenlandschaften, sowie die Wasserkreisläufe auf der Erde. Die Ausstellung befindet sich im Gewölbegang von Maria Rosengarten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen der Eröffnung durch Thilo Elsner, Sternwarte Bochum, Institut für Umwelt- und Zukunftsfor- schung und Horst Weisser, Leiter des Naturschutzzentrums, beizuwohnen. Beginn am 9. November um 19 Uhr. Die neue Wechselausstellung ist dann vom 10. November 2017 bis 18. März 2018 täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt zur Eröffnung und in die Ausstellung ist kostenlos.
Weitere Infos unter www.wurzacher-ried.de, Maria Rosengarten 1, 88410 Bad Wurzach.

9. November bis 1. April 2018: Der Dreißigjährige Krieg – Schauplatz Oberschwaben

Ravensburg, Museum Hupis-Quartier: (Von Andreas Schmauder) Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein europäischer Machtkonflikt und Religionskrieg zugleich: im Deutschen Reich standen der Kaiser und die katholische Liga, den Fürsten und Städten der protestantischen Union gegenüber. Auf europäischer Ebene kämpfte der deutsche Kaiser aus dem Hause Habsburg zusammen mit den habsburgischen Mächten Österreich und Spanien gegen Frankreich und Schweden.

In Oberschwaben, in der Mitte Europas, prallten die Machtinteressen der europäischen Großmächte aufeinander: Hier war der Kaiser als Stadtherr der Reichsstädte, Lehensherr vieler Adelsfamilien, Oberhaupt der großen reichsunmittelbaren Klöster und Herr vieler österreichischen Besitzungen sehr präsent.
Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über das gesamte Kriegsgeschehen. Dabei wird Oberschwaben und Ravensburg in den Zusammenhang des europäischen Machtkonflikts gestellt. Anhand beeindruckender Objekte lernen die Besucher die Hauptpersonen des Krieges, dessen Zerstörungen, aber auch dessen Grausamkeit und menschliches Leid kennen.
Öffnungszeiten: Di bis So 11-18 Uhr | Do 11-20 Uhr. 24., 25., und 31.12. geschlossen
Öffentliche Führungen 1. und 3. Donnerstag im Monat | 18 Uhr
8. November um 19 Uhr: Eröffnung mit Vortrag von Dr. Eberhard Fritz